Der Data Scientist als das Bindeglied zwischen Big Data und Big Business

Data Scientist ist „The Sexiest Job of the 21st Century“. So sieht es der Google Chefökonom Hal Varian sicher nicht ganz uneigennützig – lebt doch Google vor allem von den vielfältigen Geschäftsmodellen, die auf Daten und Analysen begründet sind. Er ist mit dieser Meinung allerdings zur Zeit nicht ganz alleine. Viele Unternehmen sind gerade auf der Suche nach „dem Data Scientist“. Was ist jedoch eigentlich ein Data Scientist und was macht den Job so sexy und attraktiv?

„Big Data“ als Triebfeder der Datenanalysten

Wäre ein Datenanalyst mit einer Leidenschaft für Daten und das Aufdecken von Mustern und Zusammenhängen vor einigen Jahren noch als spleenig und nerdig bezeichnet worden, wird er heute – in Zeiten von „Big Data“ – in einem ganz anderen Licht gesehen. Data Scientists werden heute als Schatzsucher, Goldschürfer, Forensiker oder Pionier bezeichnet. Während Sie in der Vergangenheit unterstützend in bestimmten Fachabteilungen oft eher im Verborgenen ihren Dienst verrichteten, wird ihnen heutzutage eine führende Rolle zugeschrieben, die das Unternehmen voran bringen soll.

Data Scientist – Allrounder für eine ganzheitliche Prozessunterstützung

Die Veränderung in der Sicht auf den Datenanalysten spiegelt die Erkenntnis wider, dass Unternehmen mit Hilfe der vorhandenen Daten nicht nur die Vertriebszahlen des vergangenen Quartals analysieren können, sondern sich auch die Möglichkeit bietet, gewinnbringend in die Zukunft zu schauen.

Im Lichte von Big Data und Predictive Analytics gelingt es dem Data Scientist Optimierungspotenziale zu identifizieren und Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz zu generieren. Weiß das Unternehmen, wer übermorgen Kunde sein könnte und bei welchem Kunden eine besonders intensive Betreuung lohnend sein kann, kann es bisherige Branchenführer überholen oder seine Führungsposition ausbauen.

Neben den vertriebsnahen Einsatzmöglichkeiten können Data Scientist relevantes Wissen auch in weiteren Bereichen wie Predictive Maintenance, der vorausschauenden Instandhaltung von Industrieanlagen, oder im Logistikbereich, beispielsweise zur Ermittlung der effizientesten Auslieferungsrouten, generieren. Auch die klassische Marktforschung bietet genug Herausforderungen für den Data Scientist. Die Einsatzmöglichkeiten sind branchenübergreifend unbegrenzt.

Der Data Scientist als Datenflüsterer

Die Anforderungen und Erwartungen, denen die Datenexperten gegenüber stehen, sind umfangreich. Interdisziplinäre Fähigkeiten aus Mathematik, Informatik, Statistik, sowie der Softwareentwicklung gehören zur Grundausstattung. Verständnis über Geschäftsprozesse, ausgeprägte Problemlösungs- und Kommunikationskompetenzen sowie die Entwicklung der richtigen Intuition sind die ergänzenden Eigenschaften, mit denen der Data Scientist die Brücken zwischen Big Data und Big Business bauen soll.

Auch Bildungseinrichtungen reagieren, um die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an Data Scientists zu schließen. Während an amerikanischen Universitäten bereits seit längerem Spezialisierungsprofile zu diesem Berufsbild existieren, ziehen deutsche Universitäten derzeit nach.

Es ist der ganzheitliche Ansatz, der den Mehrwert des Data Scientist ausmacht und ihn vom reinen Statistiker unterscheidet. Hier können auch Quereinsteiger wie Teilchenphysiker, Diplombiologen oder Marktforscher mit entsprechenden Methodenkenntnissen punkten.

Kompetenz in der Datenanalyse als unternehmenskritische Ressource

Daten gelten als das Gold der digitalen Welt. Im Unterschied zum glänzenden Edelmetall nehmen sie aber stetig zu. Analyseexperten mit den richtigen Methoden und innovativen Tools entlocken ihnen das Wissen. Ein Ende des Datenrausches ist nicht zu erwarten. Der Hype rund um das Thema Data Science ist also kein bloßer Trend, sondern für viele Unternehmen der Beginn einer Entwicklung mit einer großen Nachhaltigkeit. Viele Unternehmen erkennen gerade, dass sie sich der Herausforderung durch den Aufbau eigener Datenanalyse-Teams am nachhaltigsten stellen.

Der Data Scientist hat sich aus seiner Mauerblümchenrolle hin zum Hoffnungsträger für das ganze Unternehmen gemausert und ist so für alle Stakeholder eines Unternehmens sexy.


Heiko Miertzsch - Beitrag vom 27.04.2014

Heiko Miertzsch ist einer der beiden Gründer der eoda GmbH.

Abonnieren Sie unseren Datenanalyse-Blog