Agile Business Intelligence Development: Hintergründe und Vorteile

Im 21. Jahrhundert gibt es ständig Veränderungen und Neuerungen in Unternehmensumfeld, welche zu Anforderungsänderungen bei der Entwicklung von Business Intelligence-Projekten führen können. In diesem Fall muss ein agilerer Ansatz gewählt werden, damit Unternehmen schneller und flexibler auf Anforderungsänderungen seitens der Kunden oder des rechtlichen Umfelds eingehen können. Im Folgenden zeigen wir Ihnen, wie die Entwicklung von agilen Business Intelligence-Projekten (Agile BI Development) definiert wird, was Scrum und Sprints damit zu tun haben, und welche Vorteile sich aus einer agilen Handlungsweise ergeben können.

Unter agil wird in diesem Kontext ein adaptiver Ansatz verstanden, um Probleme schneller lösen und auf Anforderungsänderungen zeitnah eingehen zu können. Hierbei geht es um eine aufgeschlossene Planung, ständige Verbesserungen, sowie eine evolutionäre Weiterentwicklung eines Projektes. Kurz gesagt: Anpassungsfähigkeit und Flexibilität.

Business Intelligence bezieht sich auf die Aufnahme, Speicherung, Analyse und Beurteilung von Geschäftsdaten innerhalb einer Technologie, um daraus Mehrwerte generieren und Entscheidungen treffen zu können. Unter diesem Begriff werden unter anderem Data Reparation und die Datenvisualisierung zusammengefasst. Bei einem BI-Tool/Software kann auch die Echtzeitanalyse ins Spiel kommen.

Agile Business Intelligence beinhaltet alle Maßnahmen, welche unternommen werden, um auf vorhersehbare und unvorhersehbare Anforderungsänderungen reagieren zu können. Dies soll innerhalb einer gesetzten Zeitspanne und in entsprechender Qualität geschehen. Die agilen Maßnahmen erstrecken sich über das komplette Projekt. Das Ziel von Agile BI ist es, Anforderungen schneller nachkommen zu können, im Gegensatz zu üblichen Vorgehensweisen, wie dem Wasserfallmodell.

Agile BI Development oder auch Agile Software Development bedeutet somit die agile Herangehensweise, Arbeitsweise und Maßnahmen bei der Entwicklung einer BI-Lösung/Technologie. Eine agile Methode zur BI Entwicklung ist die Scrum Methode. Die Rollen eines Scrum-Teams sowie Sprints werden im Folgenden kurz erläutert.

Die Scrum-Methode ist eine agile Vorgehensweise im Projektmanagement. Im Scrum-Team sind unter anderem drei Rollen festgelegt: der Scrum-Master, der Product-Owner und das Entwicklungsteam.

Der Scrum-Master kümmert sich um den reibungslosen und effizienten Ablauf des gesamten Prozesses. Dieser sorgt dafür, dass Regeln eingehalten und Deadlines erreicht werden. Er/Sie hat somit die organisatorische Verantwortung.

Der Product-Owner hat die Verantwortung über den Inhalt des Projektes. Hier werden Anforderungen erarbeitet, welche in Aufgaben umformuliert werden. Außerdem sollte er/sie Wissen über Domains, sowie Kenntnisse über Data Warehousing und Business Intelligence haben.

Das Entwicklungsteam bzw. Development-Team ist für die Umsetzung von den vordefinierten Aufgaben, durch den Product-Owner, während der Sprints zuständig.

Ein Sprint ist ein Teil der Scrum-Methode. Ein Sprint im Zusammenhang mit BI-Projekten wird nicht nur als schnell, sondern auch als effizient definiert. Hierbei dreht sich alles um individuelle Lösungen und Anpassungsfähigkeit während der Umsetzung des Projektes sowie flexible und agile Problemlösungen. Hierbei wird das Projekt in Teilprojekte und somit Teilprodukte unterteilt. Diese Teilprodukte werden innerhalb von Sprints entwickelt und können nach Fertigstellung bereits an den Kunden geliefert werden.

Ein Sprint hat, je nach Projektumfang, eine Dauer von ca. einer bis vier Wochen. Nach ca. drei Sprints sollte ein Release, also ein Teilprodukt des kompletten Produktes, dem Kunden zur Verfügung gestellt werden. Hierdurch wird eine Releasegröße erreicht, welche technisch gut beherrschbar ist. Allein der erste Sprint, „Sprint 0“, hat eine Dauer von ca. vier bis sechs Wochen. In Sprint 0 wird die Basis für das gesamte BI-Projekt gelegt. Hier werden z.B. Fragen bzgl. der Infrastruktur geklärt oder auch weitere Teammitglieder gefunden. Die erste Planung benötigt besondere Aufmerksamkeit und dauert aus diesem Grund länger als die restlichen Sprints. Sprint 0 unterscheidet sich auch noch in einem anderen Aspekt von den restlichen Sprints – nach Sprint 0 gibt es keinen Release eines Teilprojektes.

Die einzelnen Schritte eines Sprints sind in folgender Grafik veranschaulicht. Diese Schritte wiederholen sich in den darauffolgenden Sprints, bis alle Teilprojekte und somit das ganze Projekt, erfolgreich abgeschlossen ist.

Zwischen dem Start des vorangehenden Sprints und der Planung des nachfolgenden Sprints wird mit den Kunden zusammengearbeitet, um potenzielle Anforderungsänderungen ausfindig zu machen und zu besprechen. Die enge Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem Kunden helfen, die Kundenwünsche richtig zu verstehen und Mehrdeutigkeiten zu vermeiden. Dies wird beim Sprint-Planning berücksichtigt. Somit beginnt die Planung des darauffolgenden Sprints und es findet ein Austausch bzw. Review des vorangehenden Sprints statt.

Einfachere Lieferbarkeit: Durch Agile BI Development können Teilprodukte innerhalb eines kürzeren Zeitraums ausgeliefert werden als bei weniger agilen Ansätzen. Durch Unterteilung eines großen Projektes in mehrere Teilprojekte ist die Releasegröße beherrschbar, wodurch eine einfachere Auslieferung möglich ist.

Hohe Nutzerakzeptanz: Durch die starke Zusammenarbeit des Unternehmens und dessen Kunden, sollten sich die Kundenanforderungen während jedes Sprints erfüllen. Die Einbindung der Kunden in den Prozess, z. B. durch Feedback, erhöht die Akzeptanzraten sowie die Zufriedenheit dieser. Außerdem werden Anforderungsänderungen schneller wahrgenommen und können schneller umgesetzt werden. Die Zufriedenheit wird außerdem gesteigert, da die Kunden kontinuierlich brauchbare Produkte erhalten und somit über den Fortschritt des Projektes Bescheid wissen.

Hoher ROI: Agile BI Development kann durch die kürzeren Zyklen der Entwicklung den Return-on-Investment steigern. Durch die regelmäßige Versorgung mit funktionierenden Teilfunktionen des kompletten Projektes, erhalten die Kunden schneller Ergebnisse und die Investitionen der Kunden können sich schneller rentieren.

Veröffentlicht: 7. Juli 2022

AutorIn

Anna Vaupel

Anna Vaupel hat Business Studies an der Universität Kassel studiert und unterstützt das Marketing der eoda GmbH. Sie interessiert sich vor allem für die abwechslungsreichen Tätigkeiten im Marketing und ist fasziniert davon wie viel Wissen aus Daten gewonnen werden kann.

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