Der digitale Zwilling: Möglichmacher der digitalen Transformation

Man sagt sie Ihnen nach: Diese ganz besondere Bindung. Menschliche Zwillinge haben in der Regel eine außergewöhnlich enge Beziehung und eine besondere Wahrnehmung für den Zustand und die Gefühle des anderen. Der digitale Zwilling überträgt diese Bindung in die virtuelle Welt – und das in Perfektion. Damit wird er zu einem Treiber der digitalen Transformation, speziell in der Industrie.

Seite an Seite über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg

Als ständiger Begleiter der reellen Industrieanlage entstehen für Unternehmen durch den digitalen Zwilling, also dem digitalen Abbild der physischen Industrie-Maschine, Vorteile über den gesamten Lebenszyklus ihrer Maschinen. Der digitale Zwilling kann dabei helfen, Produktentwicklungszyklen zu verkürzen, Verfügbarkeiten im Betrieb zu erhöhen und die Qualität des Outputs zu verbessern.

Was der digitale Zwilling dafür braucht? Informationen. Diese bezieht er stetig und in großer Menge aus den Sensoren der Industrieanlage. Die Analyse von Maschinendaten ist natürlich keine Neuheit – doch der digitale Zwilling hebt sie auf ein neues Niveau. Denn er verbindet erstmals Sensortechnik und Simulation.

Maschinenausfälle werden zu einem virtuellen Phänomen

Gerade im Bereich der vorausschauenden Instandhaltung ergeben sich daraus noch bessere Möglichkeiten, Maschinenausfälle zuverlässig zu prognostizieren und entsprechende Wartungsmaßnahmen frühzeitig einzuleiten. Auf Knopfdruck können äußere Einflüsse oder unterschiedliche Auslastungsgrade der Anlagen simuliert werden. Die Kenntnis des Maschinenzustands wird dadurch noch umfassender – im aktuellen Betrieb und für unterschiedliche Zukunftsszenarien gleichermaßen. Unerwartete Maschinenausfälle werden mehr und mehr zu einem ausschließlich virtuellen Ereignis. In der physischen Welt profitiert man dagegen von den wirtschaftlichen Vorteilen.

Abteilungsübergreifend profitieren

Diese Vorteile zeigen sich insbesondere dann, wenn große Teile der Produktwertschöpfungskette einbezogen werden. Absatzprognosen, Routenplanungen oder Kundenfeedback: Informationen aus Vertrieb, Logistik oder dem After-Sales-Service werden in die Simulationen integriert, wodurch sich die Präzision der Ergebnisse weiter erhöht. So können Produktionsauslastung, Logistikprozesse und die Produktbeschaffenheit optimal gesteuert werden.

Die Einsatzgebiete des „Digital Twin“

Die initiale Modellierung des Zwillings, sowie die Schaffung einer organisatorischen und technischen Infrastruktur, die den komplexen Anforderungen und den hohen Sicherheitsstandards standhält, ist natürlich mit Aufwänden verbunden. Deshalb empfiehlt sich der Einsatz digitaler Zwillinge besonders in Anwendungsfällen, wie zum Beispiel Offshore-Windparks, in denen die Wartung von Maschinen besonders kompliziert und aufwändig ist. Dies gilt auch für Anlagen, deren Totalausfall besonders gravierende wirtschaftliche Folgen hätte. Wenig verwunderlich also, dass die Entwicklungen hinsichtlich digitaler Zwillinge bei Kreuzfahrtschiffen schon seit einiger Zeit laufen.

Die Einsatzszenarien des digitalen Zwillings sind also ganz unterschiedlich und reichen von Schiffen bis zu Gebäuden und von einzelnen Maschinen bis hin zu ganzen Fertigungsstraßen. Fakt ist aber auch: Der digitale Zwilling ist eine Lösung für außergewöhnlich komplexe Szenarien in Unternehmen mit einem hohen analytischen Reifegrad.

Auf dem Weg zu diesem begleiten wir von eoda Sie als Data Science Spezialisten mit unserem ganzheitlichen Portfolio. Denn auch in der Digitalisierung ist der Weg schon ein lohnendes Ziel. Mehr Infos? Hier entlang.

Tobias Titze - Beitrag vom 21.06.2018

Tobias Titze betreut seit 2013 das Marketing der eoda GmbH. Seine tägliche Aufgabe ist der Brückenschlag zwischen einem komplexen Thema und den Anforderungen des Marktes. Er interessiert sich für Daten und Algorithmen und begeistert sich für die Vorteile, die sich für Unternehmen daraus ergeben.

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