Die useR! Conference 2016 in Stanford: Ein Fazit

Der Zuschauerandrang war so groß wie noch nie: Bereits fünf Monate vor Beginn war die useR! Konferenz restlos ausverkauft. Im Vorfeld lag die Vermutung nahe, dass der Veranstaltungsort Stanford – mitten im Silicon Valley gelegen und nur einen Steinwurf von den dort ansässigen Technologiekonzernen entfernt – der Grund für die große Nachfrage ist. Das hat sich jedoch nicht bestätigt: Es waren nicht mehr Google, Facebook und Amazon Mitarbeiter unter den useR! Teilnehmern als in den vergangenen Jahren.

Über 800 Teilnehmer auf der Welcome Reception der useR! Conference 2016
Über 800 Teilnehmer auf der Welcome Reception der useR! Conference 2016

Die meisten Besucher kamen aus den USA. Die zweitgrößte Besuchergruppe aus Europa. Aber auch Asiaten, Australier und Afrikaner waren auf vertreten. Insofern versteht sich die useR! Conference zurecht als global ausgerichtete Veranstaltung.

Businessrelevanz nimmt zu

Die Businessrelevanz der useR! steigt kontinuierlich. Bei weiterhin steigenden Teilnehmerzahlen, war das Verhältnis zwischen Teilnehmern aus Wissenschaft und Wirtschaft in Stanford etwa gleichverteilt. Die Gründung des R Consortiums im letzten Jahr hat der Verbreitung von R in Business Kontexten einen zusätzlichen Schub verliehen. In 2016 ist IBM als weiteres prominentes Mitglied in das Konsortium aufgenommen worden. Als Musterbeispiel für die Businessrelevanz hat google in Stanford einen Einblick gegeben, wie über tausend R-Anwender beim Suchmaschinenriesen die Programmiersprache produktiv einsetzen.

Unter den Sponsoren und „R-Anbietern“ wurde vor allem der Auftritt von Microsoft mit Spannung erwartet. Mit dem SQL Server 2016 kommt die neueste Version des Business Flaggschiffs mit R Integration auf den Markt. Es wurden erste Einblicke in die Implantierung gegeben, für echte Use-Cases war es aber wohl noch zu früh. Bemerkenswert auch der Auftritt des Online-Schulungsanbieters DataCamp, der in diesem Jahr den größten Sponsorenstand aufgebaut hatte und mit einem beeindruckendem Line-Up an Trainern aufwarten kann.

Vielversprechendste Neuerung: RCloud

Eine wirklich außergewöhnliche Überraschung oder ein revolutionäres R-Paket wurden in diesem Jahr nicht vorgestellt. Den größten Neuigkeitswert und das vielleicht höchste Potenzial für die zukünftige Ausrichtung von R hat das von Simon Urbanek in den Bell Laboratories entwickelte RCloud. RCloud ist ein cloudbasiertes R-Backend, dass über eine Notebook Oberfläche gesteurt werden kann. Sollte es gelingen – wie bereits angedacht und vom R-Consortium gefördert – mit Hilfe von RCloud die Weiterentwicklung von verteilten Algorithmen zu beschleunigen, wäre das ein wichtiger Schritt für flexiblere Big Data Algorithmen.

Im letzten Jahr waren neuronale Netze die vermutlich populärsten Algorithmen. In diesem Jahr ist es eindeutig der extreme Gradient Boosting, der im xgboost Paket von Tong He et.al. implementiert ist.

Überhaupt waren „extreme“ Algorithmen eines der interessantesten Themen auf der useR! 2016. Die Extremität bezieht sich dabei darauf, dass Zufallseffekte noch stärker in die Berechnung eingeführt werden.

Aus einer globalen Perspektive waren Data Mining und Visualisierung die wichtigsten Themen der Konferenz.  Die meisten Vorträge gab es zur Visualisierung, die meisten Pakete wurden aus dem Bereich Data-Mining vorgestellt. Daneben gab es aber zu einer Vielzahl von sowohl analytischen als auch inhaltlichen Themenbeiträge. Diese Vielfalt hat die useR! auch in diesem Jahr ausgemacht.

Die weltweite R-Community kann sich freuen auf die useR! 2017 in Brüssel.

Alle Beiträge zur useR!2016 als kompaktes Paper zum kostenlosen Download finden Sie hier.
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eoda GmbH - Beitrag vom 22.07.2016

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