Es ist amtlich – Der Weihnachtsmann ist Data Scientist

Die Familie hat sich versammelt, besinnliche Musik erklingt und die Kinderaugen strahlen mit dem beleuchteten Baum um die Wette. Es ist Heiligabend und der große Auftritt des Weihnachtsmanns steht kurz bevor.

Der Weihnachtsmann ist ein Data Scientist
Der Weihnachtsmann ist ein Data Scientist

Die Erwartungen an den Mann mit dem roten Mantel sind hoch: das richtige Geschenk am richtigen Ort zur richtigen Zeit. Bei einem einzigen Kind eine leichte, aber bei Millionen eingehenden Weihnachtswünschen aus der ganzen Welt eine scheinbar unlösbare Aufgabe. Menschen auf der ganzen Welt bewegt deshalb eine Frage:

Wie schafft der Weihnachtsmann das?

Lösen wir uns für einen Moment von der dreisten Unterstellung, dass es den Weihnachtsmann tatsächlich gar nicht gibt und nähern uns der Antwort dieser Frage. Angefangen bei den seit Jahren kursierenden Thesen:

Ist es seine Erfahrung?

Natürlich ist der Weihnachtsmann seit Jahrhunderten im Auftrag der Kinder unterwegs, aber das kann wohl nicht der alleinige Grund für seine erfolgreiche Arbeit sein. Zumal wohl weniges so kurzlebig ist, wie die Geschenkwünsche der Kinder.

Sind es seine Rentiere?

Seine besondere Art der Fortbewegung ist sicherlich ein entscheidender Faktor an den Weihnachtsfeiertagen selbst. Während die Paketboten ganzjährig mit den Problemen des Straßenverkehrs zu kämpfen haben, verschafft sich der Weihnachtsmann mit seinem fliegenden Schlitten einen deutlichen Zeitvorteil. Hinzu kommt, dass der Weihnachtsmann die Kaminrutsche nutzt – zeitaufwändiges Klingeln und Treppensteigen entfällt dadurch auch.

Sind es seine Wichtel?

Selbst der Weihnachtsmann kann seine Arbeit nicht alleine verrichten. Er verfügt über ein eingespieltes Team, das ihn sowohl bei den Vorbereitungen, als auch in der Weihnachtsnacht unterstützt. Um aber diese Menge an Aufgaben zu bewältigen, bräuchte es ein Team, das so groß sein dürfte, dass man es kaum das ganze Jahr über geheim halten könnte.

Was ist also das entscheidende Erfolgsgeheimnis?

Die Grundvoraussetzungen des Weihnachtsmanns scheinen gut, aber dennoch steckt das Geheimnis wohl tiefer: Ist es eine besonders ausgefeilte Koordination oder gar pure Magie?

Nähern wir uns nochmal der Beantwortung der Ausgangsfrage, diesmal über eine Betrachtung seiner Rahmenbedingungen: Millionen Kinder mit individuellen Wünschen, Empfänger verteilt über die ganze Welt, ständiger Zeitdruck und zahlreiche Mitarbeiter, die es optimal einzusetzen gilt – abgesehen von dem Verzicht auf eine aufwändige Preiskalkulation unterscheiden sich die Anforderungen des Weihnachtsmanns kaum von denen eines modernen Unternehmers.

Zudem fällt auf: Der Weihnachtsmann verfügt über große Mengen an Informationen. Die Weihnachtswünsche aus den vergangenen Jahren, Verkaufszahlen aus dem Einzelhandel, demografische Informationen über die Weltbevölkerung, die Liste ist lang. Wie erst kürzlich bekannt wurde, soll es sogar einen Datenabgleich mit dem Osterhasen geben.

Der große alte Mann mit dem langen Bart als Big Data Vordenker? Völlig absurd? Wohl kaum!

Wenn am Nordpol die Tage deutlich kürzer werden und die heiße Phase der Geschenkproduktion anläuft, muss alles glatt laufen. Unvorhergesehene Zwischenfälle könnten das weihnachtliche Familienfest in eine tiefe Krise stürzen.

Der Weihnachtsmann braucht deshalb frühzeitig Antworten auf wichtige Fragen:

  • Was ist der beliebteste Geschenkewunsch in diesem Jahr?
  • Welche Geschenkkombinationen sind besonders gefragt?
  • Aus welchen Regionen der Welt kommen welche Geschenkwünsche?
  • Wie lassen sich die Pakete optimal im Schlitten stapeln?
  • Wie wird das Wetter in der Weihnachtsnacht?

Jahr für Jahr findet er traumwandlerisch sicher die richtigen Antworten auf diese und viele weitere Fragen. Es scheint, als wisse er genau, wie er sich die ihm vorliegenden Informationen zunutze machen kann. Ein entscheidendes Indiz: Bereits vor Jahren hat ein anonymer Informant aus Wichtelkreisen die ausgesprochene IT-Affinität des Weihnachtsmanns erwähnt. Sein Vorgesetzter soll sogar hoch erfreut festgestellt haben, dass er den „sexiest Job of the 21st Century“ habe. Bereits damals zeigte sich die breite Masse der Wichtelschaft über diese Aussage irritiert. Als vor kurzem ein Wichtel den an seinem Schreibtisch eingeschlafenen Weihnachtsmann angetroffen hat, war die Sache klar: Laut und deutlich erzählte der Weihnachtsmann im Schlaf von „seinem neuen Weihnachtsalgorithmus“, „dem Geschenkecluster“ und seiner Sehnsucht nach einem Text Mining Algorithmus, der während seines Urlaubs die Wunschzettel erfasst.

Der Weihnachtsmann ist längst nicht mehr nur ein Geschenkbote – er ist mit den Jahren zu einem waschechten Data Scientist geworden.

Die Weisheit des Weihnachtsmanns und eine gute Portion Data Science

Datenanalysen geben dem Weihnachtsmann Aufschluss darüber, wie er seine Produktion optimal planen kann und wie er seine Wichtel dafür am effizientesten einsetzt. Anhand der gängigsten Geschenkkombinationen kann er abschätzen, welche Anforderungen sein Schlitten erfüllen muss und wie er die Geschenke am besten transportiert. Er kann Informationen über die Herkunft der Kinder mit den Wetterdaten abgleichen, um die schnellste und sicherste Route zu finden. Sicher vor allem im Hinblick auf das Wetter, aber vielleicht auch auf das Verhalten der Kinder selbst. Der Weihnachtsmann hat bekanntlich seine Ohren überall: Eine Sentimentanalyse gibt ihm aufschlussreiches Wissen darüber, welche Kinder es mit dem „lieb sein“ nicht ganz so genau genommen haben im zurückliegenden Jahr.

Letztlich ist es wahrscheinlich die Kombination aus Data Science und Erfahrungswerten, die den Weihnachtsmann so erfolgreich und das Fest der Liebe dadurch für die Kinder so schön macht. Thank God it‘s Christmas.

Ist der Weihnachtsmann berechenbar? Erfahren Sie mehr im zweiten Teil unserer Geschichte.

eoda wünscht allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.


Tobias Titze - Beitrag vom 21.12.2016

Tobias Titze betreut seit 2013 das Marketing der eoda GmbH. Seine tägliche Aufgabe ist der Brückenschlag zwischen einem komplexen Thema und den Anforderungen des Marktes. Er interessiert sich für Daten und Algorithmen und begeistert sich für die Vorteile, die sich für Unternehmen daraus ergeben.

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