Von Wichteln und Algorithmen: Die Geschichte vom Weihnachtsmann

Millionen erwartungsfrohe Kinder, Abermillionen Wünsche, ständiger Zeitdruck und Lieferungen in die ganze Welt: Jahr für Jahr meistert der Weihnachtsmann diese Herausforderungen. Wie ihm dies gelingt, haben wir bereits vor vier Jahren enthüllt: Der Weihnachtsmann ist ein Data Scientist.

Sein einzigartiges Gespür für Daten und Algorithmen macht ihn zum Freudenbringer der Weihnachtsfeiertage. Aus einem schier unbegrenzten Sortiment liefert er genau im richtigen Zeitpunkt die Geschenke aus, die sich Kinder über Wochen und Monate wünschen.
Nach vier Jahren weiterer intensiver Recherche wissen wir heute deutlich mehr darüber, wie der Weihnachtsmann Jahr für Jahr zum Inbegriff der „Kundenzufriedenheit“ wird und als Geschäftsführer eines global agierenden Familienunternehmens noch selbst die Auslieferung übernehmen kann.

Betrachten wir die Arbeit des Weihnachtsmanns also genauer…

Die Kinderwünsche

Für viele Kinder ist es einer der aufregendsten Momente des Jahres: Der Moment, in dem der handgeschriebene Wunschzettel zur Post gebracht wird. Auch der Weihnachtsmann freut sich sehr über die vielen lieben Briefe der Kinder. Dabei kennt er die Kinderwünsche schon lange vor dem Eintreffen der Briefe. Ansonsten wären er und seine Wichtel auch gar nicht in der Lage, schon früh im Jahr die richtigen Geschenke herzustellen und zu verpacken. Der Weihnachtsmann beherrscht die hohe Kunst der verlässlichen Absatzprognose in Perfektion. Er kennt das „Next Best Present“. Seine genauen Informationsquellen hat er dabei nie verraten. Seine Algorithmen funktionieren so verlässlich, dass der Weihnachtsmann den direkten Draht zu den Eltern nur noch selten sucht und dann auch nur für die Frage, wie lieb ein Kind über das Jahr hinweg war.

Das Geschenkelager

Während Versandhändler wie Amazon und Co. überall auf der Welt riesige Distributionszentren errichten, muss der Weihnachtsmann sein ganzes Tun im Verborgenen halten. Große Lagerhallen sind dadurch genauso unmöglich, wie die kurzfristige Anlieferung von Materialien an einen streng geheimen Ort. Der Weihnachtsmann muss also langfristig planen können und genau wissen, welches Teil er in welcher Menge für seine Geschenkeproduktion braucht. In der Wirtschaft ist dies ein gigantischer Business Case zwischen Überkapazitäten und Out-of-Stock-Situationen.

Dem Weihnachtsmann sind all diese Begriffe gänzlich fremd. Dabei prognostiziert der Weihnachtsmann seinen Materialbedarf so präzise und die Lieferzeiten so genau, dass wohl fast jedes Unternehmen neidisch darauf wäre. Der Weihnachtsmann kennt die Wünsche seiner kleinen „Kunden“ genau und kann daher zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Materialien einkaufen. Nur die ältesten Lagerwichtel können sich noch an eine Situation erinnern, in der ein so dringend benötigtes Teil nicht mehr im Lager war. Früher hatte der Weihnachtsmann auch noch ein großes Lager mit Ersatzteilen für seine Produktionsmaschinen. Jetzt hat er dort für die eisigen Wintertage eine große Sauna für seine Wichtel eingebaut. Warum? Weil er die große Lagerfläche nicht mehr benötigt. Er weiß ja genau, wann ein Ersatzteil benötigt wird. Aber dazu jetzt mehr…

Die Geschenkeproduktion

Die Herstellung der vielen unterschiedlichen Geschenke ist das Hauptaufgabenfeld der Weihnachtswichtel. In der kleinen Fertigungshalle herrscht das ganze Jahr über Hochbetrieb. Ungeplante Unterbrechungen können an dieser Stelle zu entscheidenden Verzögerungen und damit traurigen Kinderaugen führen. An einem dritten Adventswochenende im Jahr 2012 ist dem Weihnachtsmann genau dies zum letzten Mal passiert. Statt bunter Spielzeugautos kamen nur noch Rauch und Qualm aus der Maschine. Noch Wochen später war der leitende Wartungswichtel der Verzweiflung nahe. Es wurde Zeit für die vorausschauende Instandhaltung. Seit diesem Beschluss sorgt ein Prognosemodell verlässlich für eine planmäßige Produktion und große Entspannung beim Wartungswichtel. Die passenden Maschinensensoren zur Generierung der Messdaten hatte der technikaffine Weihnachtsmann ohnehin bereits Jahre vorher verbauen lassen.

Doch stabil laufende Maschinen sind nur halb so viel Wert, wenn die Maschinenwichtel ausfallen. Spätestens seit der Durchsetzung des gesetzlichen Urlaubsanspruchs für Weihnachtswichtel, braucht es dann und wann einen Plan B für die Bedienung der komplizierten Maschinen. Auch hier unterstützen den Weihnachtsmann Data-Science-Algorithmen. Das Assistenzsystem für die automatisierte Maschinenkonfiguration hat sogar den Rentier-Wichtel in die Lage versetzt, zwei Wochen als Vertretung die Maschinen zu führen. Außerdem verkürzt das System die Ausbildung der Jung- und Quereinsteigerwichtel um bis zu zwei Jahre. Welches Geschenk soll produziert werden? Welche Materialien werden dafür eingesetzt? Aus diesen Informationen macht der Algorithmus den optimalen Vorschlag für die Bedienung der Maschine.

Natürlich geht dann und wann noch etwas schief, doch die Maschinensensoren helfen dem Weihnachtsmann und seinem Team auch fehlerhaft produzierte Spielzeuge besonders früh zu erkennen. Dadurch vermeidet er Ausschuss und muss nicht noch mehr Puppenarme oder Holzbausteine in seiner viel zu kleinen Halle lagern. Außerdem ist das auch nachhaltiger – ein Thema, welches dem Weihnachtsmann ganz besonders am Herzen liegt.

Die Auslieferung

Ende Dezember kommen die Tage der Tage: Weihnachten steht vor der Tür. Die Arbeit des Weihnachtsmanns und seiner Wichtel im ganzen Jahr wird erst so richtig wertvoll, wenn die Überbringung der Geschenke an die Kinder gelingt. Bereits Monate vorher erarbeitet das Team der Routenwichtel die schnellsten Routen, um alle Kinder pünktlich zu erreichen. Besser gesagt denken die anderen Wichtel, dass die Routenwichtel das ganze Jahr über hart arbeiten. Nur für ganz wenige Wichtel ist es längst ein offenes Geheimnis, dass die Routenwichtel Stammgäste in der neuen Sauna im ehemaligen Ersatzteillager sind. Denn auch hier arbeitet natürlich mittlerweile ein Algorithmus zur Routenoptimierung. Dieser berücksichtigt die Kapazität des Schlittens, die Größe der Geschenke und die Reichweite der Rentiere genauso, wie das Wetter an den Weihnachtsfeiertagen. Die anderen Wichtel vertrauen den Routenwichteln so sehr, dass sie sich nie die Frage gestellt haben, wieso der Weihnachtsmann noch nie zu spät oder mit dem falschen Geschenk durch einen Kamin gerutscht ist.

Wir sind sehr gespannt, was wir in den nächsten Jahren noch alles über den Weihnachtsmann erfahren werden. Bis dahin wünschen wir Ihnen und Ihren Liebsten besinnliche und vor allem gesunde Weihnachtsfeiertage und einen guten Rutsch. Wenn Sie im neuen Jahr auch auf den Spuren des Weihnachtsmanns wandeln möchten, sind wir sehr gerne der Ansprechpartner für Ihre Data-Science-Erfolgsgeschichte.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien besinnliche und gesunde Weihnachten. 

Ihr Team von eoda

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Tobias Titze - Beitrag vom 18.12.2020

Tobias Titze betreut seit 2013 das Marketing der eoda GmbH. Seine tägliche Aufgabe ist der Brückenschlag zwischen einem komplexen Thema und den Anforderungen des Marktes. Er interessiert sich für Daten und Algorithmen und begeistert sich für die Vorteile, die sich für Unternehmen daraus ergeben.

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